​Das kommt mir nicht in die Tüte!

Als erster großer deutscher Lebensmittelhändler stoppt der Kölner Handelsriese Rewe komplett den Verkauf der umweltschädlichen Plastiktüten in 3300 Märkten. Stattdessen können die Kunden künftig ihre Einkäufe in Papiertüten, Stoffbeutel oder Kartons packen.

Mit dem Vorstoß geht Rewe weiter als die Konkurrenz. So hatten sich rund 300 Einzelhandelsunternehmen erstmal nur verpflichtet, Geld für die umweltschädlichen Plastiktüten zu nehmen. Diese Vereinbarung galt als erster Schritt zur Umsetzung einer EU-Richtlinie, die den Verbrauch von Kunststofftragetaschen bis Ende 2025 auf höchstens 40 Tüten pro Einwohner senken soll!
Rund 200 Plastiktüten verbraucht jeder Europäer pro Jahr. Einige Länder bringen es nach Schätzungen sogar auf über 500 Stück. In Deutschland sind es zwar “nur” 71 Plastikbeutel pro Konsument, die meist aus Bequemlichkeit und Gleichgültigkeit in die Umwelt gelangen, doch das ist nur ein schwacher Trost. Denn die Finnen und Dänen machen ernst mit der Forderung “Umweltschutz ist Heimatschutz”, hier nutzt jeder Bürger nur vier Tüten.
Dabei ist es doch so einfach und sinnvoll, sich mit dem Einkaufskorb oder Stofftaschen auf den Weg zum Einkauf zu machen. Leider wird man – selbst in nationalen Kreisen – nur müde belächelt, wenn man auf den milliardenfachen Frevel mit der Tüte hinweist. Die umweltschädliche Dimension wird ignoriert, da man nicht über den eigenen Verbrauchertellerrand schaut.
Bereits bei der Herstellung der Plastiktüte wird Wasser, Erdöl und Energie verbraucht. Allein im Mittelmeer schwimmen nach EU-Angaben über 500 Tonnen Plastikmüll, die zersetzt in die Nahrungskette von Meerestieren und anschließend auch in die Menschen gelangen können.
Daher kann man den Vorstoß von Rewe nur begrüßen und hoffen, daß auch den Verbrauchern in Brandenburg ein Licht aufgeht und diese in anderen Geschäften der Tüte ebenso die rote Karte zeigen!
Klaus Beier

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